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Homeoffice Ja! Homeoffice Nein!

Harro Engelmann • 26. November 2024

Wodurch sich Spannungen in Unternehmen zeigen können!

Tja, die Frage lässt uns irgendwie nicht los und sie wird ganz im Gegenteil von Tag zu Tag wieder aktueller, wie ich in meiner Begleitungspraxis feststellen darf. Und dabei bin ich gar nicht bei dem Punkt, ob das eine oder das andere sein soll, muss oder darf. Sondern ich bin bei dem Punkt eines meiner letzten Begleitungsaufträge gelandet: Was mache ich eigentlich, wenn in meinem Unternehmen Menschen arbeiten, die ins Homeoffice gehen können und andere, die aufgrund ihrer Tätigkeit keine Chance auf Homeoffice haben?

Wie schafft man es da, den Betriebsfrieden aufrechtzuerhalten? Wie schafft man es das Spannungsverhältnis bei unauflöslicher reeller “Ungleichbehandlung” zu bewerkstelligen? Auf der Ebene der Geschäftsführung, des Managements, der operativen Ebene?


Klar: Reden hilft. Perspektiven austauschen hilft auch. Und das auf vielen Ebenen. Auf der Ebene der Mitarbeitenden, der Vertretungen, des Management und der Führung. 

Gleichzeitig braucht es Weiteres. Es braucht u.a. die Bereitschaft, neben dem Anderen vor allem auch das Eigene anzuerkennen. Eine Auseinandersetzung mit der eigenen Tätigkeit und der damit einhergehenden Verantwortung im Unternehmen. Denn Widerstand allein löst keine Probleme. Verweigerung stabilisiert eher den Konflikt. Und nicht anzuerkennen, dass ein Unternehmen aus mehr besteht als den eigenen Freiräumen, kann eben auch eine solche Stabilisierung bedeuten.


Hilfreich ist es mit Sicherheit immer, wenn mit diesem Thema ein aktiver Umgang gepflegt wird. Dann sind die  - zumindest noch nicht alle - Protagonisten noch nicht in ihren Glaubensburgen zurückgezogen. Dann gibt es zumeist noch Freiräume für Lösungsfelder. Für Experimente, um Dinge auszuprobieren und sich dem vorübergehenden Zustand zu nähern, der durch alle Parteien mitgetragen werden kann - der Konsens.


Diesen Konsens zu erreichen, dafür kann es Begleitung brauchen. Menschen, die Komplexität aushalten und sich nicht auf den Pfad der einfachen, verkürzten (Schein-)Lösungsfindung begeben. Menschen, die das Interesse der Organisation und nicht einzelner Beteiligtengruppen vertreten.


Im Unternehmen meines Begleitungskontextes ist das Thema eher “im Vorbeigehen” aufgefallen. Ein Thema also, das überlagert war von anderen Themen. Noch ist dabei nichts entschieden und es ist zunächst in der Initialisierungsphase. Der Prozess hat allerdingsdas Potential, andere Spannungen zu lösen.


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