Der Weg zu einer Auftragsklärung ist einer meiner liebsten Wege. Menschen haben sich dazu entschieden, eine Veränderung anzugehen, sie sind sich gleichzeitig noch nicht ganz klar, in welche Richtung diese Veränderung gehen soll. Man könnte sagen, es ist ein Flirt mit der Ungewissheit und dem süßen Versprechen der Veränderung.
Gleichzeitig merke auch ich im Vorfeld dieser Termine die gespannte Vorfreude, mich mit der Themenwelt meines Gegenübers auseinanderzusetzen und sensibel zu sein, für Nuancen in Stimme, Verwendung von Wörtern und bestehenden, sich zeigenden Mustern. Die Freude, selbst neue Gedanken zu erfahren und neue Perspektiven entwickeln zu können, da es wieder eine neue Situation zu lösen, ein neues Thema zu erkunden gilt.
Und dann passiert es in regelmäßigen Abständen, dass ich genau in diesen Situationen, kurz vor einem solchen Termin, bereits aufmerksam werde für Details, die mir auf diesem Weg begegnen. Mal höre ich besonders deutlich einzelne Geräusche der Stadt, manchmal fallen mir visuelle Einzelheiten auf, an denen ich sonst im Alltag gedankenverloren hinübergehen würde.
In diesem besonderen Fall war es nun ein Zitat, das mich - platziert im Schaufenster eines Charlottenburger Restaurant - “erwischte”. Es steht dort schon seit Ewigkeiten, nur in diesem einen Moment erreichte es meine volle Aufmerksamkeit. Eingebettet in leere Weinflasche und Playmobilmännchen, die Gottheiten darstellen, ein Zitat von Jean-Paul Sartre:
“Vielleicht gibt es schönere Zeiten, aber diese ist die unsrige”
Ein Aufruf zur Handlung. Eine Fürsprache für ein gesteigertes “Jetzt”-Bewusstsein. Zugleich eine Erkenntnis, dass Überzeichnung aus gesicherter Entfernung auch gern zu Verblendung und Träumerei verleitet. Und sicherlich noch vieles Weiteres mehr.
Ich habe nach der Entdeckung und den ersten Gedankenblitzen den Rückschluss gezogen und musste mit einem Schmunzeln anerkennen, dass es doch schon ein schöner Zufall war, dass ich ausgerechnet im Moment hoher Sensibilität und Offenheit für Veränderung und Neues genau diesem Zitat begegnen durfte. Mehr ging in diesem Moment irgendwie nicht.
Und inhaltlich - Nun, es ist wohl nur schwerlich widerlegbar, dass uns der größte Einfluss durch unser Handeln dann gegeben ist, wenn wir anerkennen, dass es an uns ist, in die Handlung zu kommen. Dies gilt für Führungsthemen genauso wie für weitere Themen der Organisationsveränderung. Dies gilt im beruflichen, wie im privaten Kontext.
Dieses Zitat ist mir zudem sehr sympathisch, da es impliziert, dass es bereits eine Auseinandersetzung mit den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten gegeben hat und die Auseinandersetzung mit der vorhandenen Welt die zielführendste aller Optionen darstellt.
Ich bin schon darauf gespannt, was/wem - oder wie auch immer - ich dann beim nächsten Mal begegne. Berichten werde ich mit Sicherheit.
Menü